Didaktik
«Dialogue en Route» verbindet persönliche Begegnung, erfahrungsorientiertes Lernen und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Die Angebote ermöglichen den Teilnehmenden, kulturelle und religiöse Vielfalt kennenzulernen und sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Damit schafft «Dialogue en Route» Zugänge zu kultureller Teilhabe und stärkt Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt.
Je nach Angebot und Lernort stehen unterschiedliche didaktische Zugänge im Vordergrund.
Erfahrungsorientiertes Lernen
Im Zentrum der Angebote steht das erfahrungsorientierte Lernen. Persönliche Begegnungen, Gespräche und ausserschulische Lernorte eröffnen Zugänge zu unterschiedlichen Lebenswelten und ermöglichen Erfahrungen, die über eine reine Wissensvermittlung hinausgehen.
An ausserschulischen Lernorten können Räume, Gegenstände und unterschiedliche Formen religiösen und kulturellen Lebens unmittelbar wahrgenommen und erkundet werden. In Workshops und #REaLTALKs stehen persönliche Begegnungen, Erfahrungen und der Austausch unterschiedlicher Perspektiven im Vordergrund. Die entdeckende, forschende Zugangsweise lässt die Lernenden eigenständig Inhalte erschliessen, deuten und kontextualisieren.
Peer-to-Peer Ansatz
Ein zentraler Bestandteil von «Dialogue en Route» ist der Peer-to-Peer-Ansatz. Junge Erwachsene (16-30 Jahre alt) mit unterschiedlichen soziokulturellen, religiösen und weltanschaulichen Hintergründen gestalten als Guides zahlreiche Angebote.
Die Guides begegnen den Schüler:innen auf Augenhöhe. Sie verstehen sich nicht als Repräsentant:innen einer bestimmten Religion, Weltanschauung oder Community, sondern bringen ihre persönlichen Erfahrungen, Perspektiven und Lebenswelten ein. Gerade in Formaten mit persönlichem Austausch entsteht so ein Raum, in dem Fragen gestellt, Erfahrungen geteilt und unterschiedliche Sichtweisen diskutiert werden können.
Kompetenzorientiertes Lernen
Die Angebote von «Dialogue en Route» orientieren sich an den schulischen Lehrplänen und fördern sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen. Zum Lehrplan 21 bestehen insbesondere Bezüge zu «Natur, Mensch, Gesellschaft» (NMG), «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» (ERG) sowie «Räume, Zeiten, Gesellschaften» (RZG). Gleichzeitig werden personale, soziale und methodische Kompetenzen gestärkt – von der Selbstreflexion, der Dialog- und Kooperationsfähigkeit bis zum Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven. «Dialogue en Route» unterstützt die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) durch die Auseinandersetzung mit übergreifenden Themen wie kultureller und religiöser Vielfalt, interkultureller Verständigung, Diskriminierung und Menschenrechten.
Stufengerechte Vermittlung
Jedes Angebot setzt thematische Schwerpunkte, die lebensweltlich relevante Fragen der Lernenden ansprechen. Inhalte, Methoden und Aufgaben werden an Alter und Schulstufe angepasst.
Persönliche Erfahrungen und Fragen der Lernenden erhalten dabei bewusst Raum. An ausserschulischen Lernorten werden sie mit den jeweiligen lokalen Gegebenheiten, Institutionen und Lebenswelten verbunden. In den von Guides durchgeführten Angeboten ermöglicht der Peer-to-Peer-Ansatz einen zusätzlichen lebensweltnahen Zugang. Die Guides kennen häufig die Sprache und Erfahrungswelt der Schüler:innen.
Religionsfreiheit und Integrität
«Dialogue en Route» legt grossen Wert auf die Wahrung der religiösen und kulturellen Integrität aller Beteiligten sowie auf die Achtung der Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Eine aktive Teilnahme im Sinne eines Nachvollzugs von religiösen oder kulturellen Ritualen ist für Schüler:innen nicht vorgesehen. Die Lernenden nehmen grundsätzlich die Rolle von Beobachtenden ein. Zum besseren Verständnis eines Rituals darf dies jedoch in bestimmten Fällen als explizit freiwillige Übung imitiert werden (z.B. Gong-Schlag, Körperhaltung).
Die Lernangebote verfolgen einen religionskundlichen Ansatz. Konfessionell geprägte Positionen werden als solche kenntlich gemacht. Die Angebote sollen eine selbstbestimmte Auseinandersetzung mit Ritualen ermöglichen, die den kompetenten Umfang mit Religion und Kultur im pluralen Kontext fördert.
Leitlinien
Für die Zusammenarbeit und die Umsetzung der Angebote gelten gemeinsame Leitlinien. Sie bilden die Grundlage für einen respektvollen und verantwortungsvollen Umgang innerhalb von «Dialogue en Route» und werden von den Guides, den Mitarbeitenden des Projektteams sowie den Angebotspartner unterzeichnet.
Besonderer Wert wird auf die Achtung der Religions- und Glaubensfreiheit, die religiöse und kulturelle Integrität aller Beteiligten sowie einen respektvollen Umgang miteinander gelegt.
Die Angebotspartner werden sorgfältig ausgewählt und bei der Entwicklung und Weiterentwicklung ihrer Angebote fachlich begleitet. Die Angebote an ausserschulischen Lernorten werden von den jeweiligen Partnerorganisationen eigenverantwortlich durchgeführt. Je nach Angebot sind dabei Guides von «Dialogue en Route» oder Vermittlungspersonen der jeweiligen Institution im Einsatz.
Seitens der Koordinatorin IRAS COTIS wird keinerlei Gewähr oder Haftung übernommen.